Die Kastration ist ein sicherer Eingriff, der die Lebensqualität Ihres Hundes und Ihrer Familie deutlich verbessert. In diesem Leitfaden erläutern wir das richtige Alter, den Ablauf des Eingriffs und die Nachsorge.
Was ist eine Kastration?
Bei Hündinnen spricht man von einer Ovariohysterektomie (Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter), bei Rüden von einer Kastration (Entfernung der Hoden). Beide Eingriffe werden unter Vollnarkose in einem sterilen Operationssaal durchgeführt.
Vorteile der Kastration
- Das Risiko für Gesäuge- und Eierstockkrebs bei Hündinnen sinkt um bis zu 90 % (bei frühzeitiger Kastration).
- Bei Rüden werden Prostataerkrankungen und Hodenkrebs verhindert.
- Aggression und Markierverhalten werden reduziert.
- Die Neigung zum Ausreißen und Verlorengehen nimmt ab.
- Die durchschnittliche Lebenserwartung verlängert sich um 1–3 Jahre (durch umfangreiche Studien bestätigt).
- Ungewollter Nachwuchs wird verhindert – weniger Streunerproblem.
Das richtige Alter
Allgemeine Empfehlung:
- Kleine Rassen (Malteser, Yorkshire, Pomeranian …): 6–9 Monate
- Mittelgroße Rassen (Beagle, Cocker, Border Collie …): 9–12 Monate
- Große Rassen (Labrador, Golden, Deutscher Schäferhund …): 12–18 Monate
- Riesenrassen (Kangal, Sivas-Kangal, Akbaş, Mastiff …): 18–24 Monate
Bei großen und Riesenrassen ist es gesünder abzuwarten, da der Eingriff die Gelenkentwicklung beeinflussen kann. Jeder Fall wird individuell vom Tierarzt beurteilt.
Ablauf der Operation
Vor der OP
- 8–12 Stunden nüchtern (Wasser bis 2 Stunden vorher erlaubt)
- Präoperatives Blutbild – Bewertung des Narkoserisikos
- Allgemeinuntersuchung
Am OP-Tag
- Prämedikation und Vollnarkose
- OP-Dauer: bei Hündinnen 45–60 Minuten, bei Rüden 20–30 Minuten
- Kontinuierliches Monitoring von Puls, Blutdruck und SpO₂
- Postoperative Schmerzmittel
- 2–4 Stunden Beobachtung nach dem Aufwachen
Heimfahrt
Die meisten Hunde werden am selben Tag aus unserer Klinik entlassen. In den ersten 24 Stunden sind Schläfrigkeit und leichter Appetitverlust normal.
Nachsorge nach der Operation
- Halskragen unbedingt anlegen – verhindert das Belecken der Naht.
- 10–14 Tage keine übermäßige Aktivität – keine Treppen, kein Springen, keine langen Spaziergänge.
- Kein Baden – bis die Fäden gezogen sind.
- Die Naht einmal täglich kontrollieren – bei Rötung/Ausfluss anrufen.
- Schmerzmittel und Antibiotika vollständig verabreichen.
- Kontrolle und Fadenentfernung am 10. Tag (bei uns kostenlos).
Risiken und Nebenwirkungen
Mit modernen Narkoseprotokollen liegt die Rate schwerer Komplikationen bei unter 0,1 %. Bei einigen Rassen tritt nach der Kastration eine leichte Neigung zur Gewichtszunahme auf – das lässt sich durch angepasste Portionen und Bewegung steuern.
Häufig gestellte Fragen
Ändert sich der Charakter nach der OP?
Die Grundpersönlichkeit bleibt. Nur hormonell bedingte Verhaltensweisen (Aggression, Markieren, Ausreißen) nehmen ab; Ihr Hund wird ruhiger und zufriedener.
Kostet die Fadenentfernung extra?
Unser Kastrations-Paket enthält die Fadenentfernung – am 10. Tag in unserer Klinik kostenfrei.
Ist es besser, nach der ersten Läufigkeit zu kastrieren?
Aktuelle Literatur zeigt, dass eine Kastration vor der ersten Läufigkeit das Mammatumor-Risiko am stärksten senkt (vor der ersten Läufigkeit 0,5 %, danach 8 %, nach der dritten Läufigkeit 26 %).
Weitere Informationen und Terminvereinbarung finden Sie auf unserer Seite Chirurgische Eingriffe oder rufen Sie uns unter 0551 892 99 62 an.